Epochen

Epoche 1

Auf den Spuren der ersten Menschen
Die Suche nach Relikten des frühen Menschen, des sogenannten "homo sapiens", der vor etwa 300.000 Jahren lebte, endet im Birkenfelder Land mit einer herben Enttäuschung. Entgegen den beliebten romantischen Vorstellungen, der homo sapiens oder spätestens der Neanderthaler (ca. 100.000 - 30.000 Jahre vor heute) hätte in unseren felsigen Flusstälern in Höhlen oder in primitiven Zelten aus Fellen und Tierhäuten gewohnt, findet man im Birkenfelder Land keinen auch noch so kleinen Beweis für einen steinzeitlichen Siedlungsplatz. Sagenumwobene Orte und Namen wie beispielsweise der Odels- oder Odinsofen (im Volksmund "Odels Uwe" genannt) bei Kronweiler, eine natürliche Höhle im Felsen, oder der Heidenofen bei Niederbrombach verleiteten manch einen zu der Vermutung, hier hätten schon steinzeitliche Höhlenmenschen gewohnt. Auch der Verein für Heimatkunde suchte hier vergeblich nach steinzeitlichen Relikten.
Aus heutiger Sicht lebte die steinzeitliche Bevölkerung sicher in einfachsten Verhältnissen. Ihr Lebensstandard war aber keineswegs primitiv, sondem für ihre Zeit und Bedürfnisse von kulturell hohem Wert, wie herausragende Funde von steinzeitlichen Werkzeugen, Schmuck, Keramik und Tonfigürchen, Wandmalereien uvm. in ganz Europa beweisen.
Möglicherweise entsprachen die natürlichen Gegebenheiten im Nahe-Hunsrück Raum in Bezug auf Bodenbeschaffenheit, Vegetation, Tierartenreichtum und Klima nicht den erforderlichen Lebensräumen und somit der bevorzugten Wohnqualität der damaligen Menschen.
Bis auf einige wenige neolithische Klingen aus Feuerstein sowie verschiedene Steinbeile, die wohl eher zufällig die Sammler und Jäger der jüngeren Steinzeit (ca. 4300 - 1800 v. Chr.) auf der Durchreise von der Mosel zur Saar oder zum Rhein in unserer unwirtlichen Mittelgebirgslandschaft zurückließen, sind keine Spuren steinzeitlicher Siedlungen oder Gräber bislang bekannt geworden.
Die nicht gerade sonnen- und wärmeverwöhnte Hunsrück-Nahe-Region mit den wenig fruchtbaren Böden scheint auch bei den Menschen der Bronzezeit (ca. 1800 - 800 v. Chr.) nicht beliebt gewesen zu sein.
Es wurden nur wenige Objekte aus dieser Kulturepoche im Birkenfelder Land gefunden. Und dies, obwohl die Entwicklung beim Siedlungswesen und Hausbau, beim Ackerbau und in der Viehzucht es den Menschen möglich machte, nun auch schwere Böden in den Mittelgebirgslandschaften zu kultivieren und aufzusiedeln. Als neue herausragende technologische Errungenschaften sind insbesondere der Abbau, die Verhüttung und Verarbeitung von Erzen und Metallen zu nennen. Es wurden erste Werkzeuge und Schmuck aus Kupfer bzw. Bronze hergestellt.
Erst in der Spätbronzezeit, auch Urnenfelderkultur genannt (ca. 1200 - 700 v. Chr.), können wir die ersten festen Siedlungsplätze und Gräber in der Hunsrück-Nahe-Region fassen, beispielsweise an der Nahe bei Idar-Oberstein-Enzweiler und bei Regulshausen.