Epochen

Epoche 2

Die Kelten besiedeln das Land
Als Kelten bezeichnet man die Volksstämme, die ab 700 v. Chr. in West- und Mitteleuropa lebten. Das Stammesgebiet der Treverer erstreckte sich im 1. Jahrhundert v. Chr. vom Rhein bis an die Maas und von der Eifel über den Hunsrück bis zur Nahe und darüber hinaus.
Die Kelten haben die Vorzüge des Birkenfelder Landes erkannt und genutzt. Ab dem 6. Jahrhundert v. Chr. erlebte diese Region einen deutlich spürbaren Aufschwung. Ausgedehnte Wälder, strategisch günstig gelegene Bergkuppen, ausreichende Weide und Ackerflächen und wichtige Bodenschätze, wie beispielsweise Kupfer- und Eisenerze, boten für die keltischen Bauern und Handwerker ideale Lebensräume. Einheimische wie Touristen wissen diese Naturgegebenheiten auch heute noch zu schätzen.
Die keltische Kultur hinterließ eine Vielzahl hervorragender antiker Zeugnisse. Aufgrund ihrer lokalen Ausprägung, die besonders im Totenritual, der Tracht und Schmuckausstattung sowie der Keramik erkennbar ist, wird sie entsprechend ihrer Verbreitung auch Hunsrück-Eifel-Kultur genannt.
Ob es sich bei den zahlreichen Gräberfeldern des 6. bis 3. Jahrhunderts v. Chr. bereits um die Friedhöfe des Stammes der Treverer handelt, darf als eher unwahrscheinlich gelten, zumal die Kelten keine ethnisch einheitliche Bevölkerung waren. Sie setzten sich aus verschiedenen Volksstämmen zusammen, die lediglich eine gemeinsame Sprache, Religion und Kultur hatten, zwischen denen es aber immer wieder zu kriegerischen Auseinandersetzungen kam.
Die sonst in kleinen, weilerartigen Siedlungen wohnende Bevölkerung zog sich dann auf befestigte Höhenrücken zurück, wie z. B. den Ringskopf bei Allenbach oder das sog. "Vorkastell" bei Börfink, die etwa in das 5. bis 3. Jahrhundert v. Chr. datieren.
Das Birkenfelder Land erlebte in dieser Zeit eine kulturelle und wirtschaftliche Blüte. Dies bezeugen die zahlreichen Gräber des keltischen Adels, die sich durch aufwendige Grabanlagen und besonders reiche und wertvolle Beigaben, darunter etruskisches Bronzegeschirr, auszeichnen. Bis in die Mitte des 3. Jahrhunderts v. Chr. Bestatteten die Kelten ihre Toten unverbrannt in Steinkistengräbern oder auch Baumsärgen in teils aufwendigen Grabkammern unter mächtigen Erdhügeln. Im Birkenfelder Land sind mehrere keltische Fürstengräber entdeckt und ausgegraben worden, so u.a. in Siesbach, Flur "Ameis", Hoppstädten-Weiersbach, Flur "Hasselt" und Abentheuer, Flur "Abentheuerhütte".

Keltenfürsten und Druitenglaube
Cingetorix, ein adliger Treverer, der Mitte des 1. Jahrhunderts v. Chr. lebte, war einer der Anführer dieses mitunter sehr streitbaren Keltenstammes, mit dem auch Gaius Julius Caesar während des Gallischen Krieges zusammentraf.
Als den Römem freundlich gesonnener Fürst, war er seinen keltischen Widersachern ein Dorn im Auge, und so wird es zu nicht unerheblichen Auseinandersetzungen gekommen sein. Dieses und vieles mehr berichten römische Philosophen und Gelehrte.
Neben den Fürsten hatten insbesondere die Druiden, die keltischen Priester, eine herausragende soziale Stellung in der keltischen Gesellschaftsordnung. In den antiken Quellen werden sie auch als Philosophen, gelehrte Denker, Mystiker und Wahrsager beschrieben, die der Götterlehre kundig waren.
Sie konnten aus dem Vogelflug und aus der Opferschau die Zukunft voraussagen und hatten das ganze Volk in ihrer Gewalt. Die Druiden führten auch verschiedene religiöse Zeremonien, Kulthandlungen und Opferungen durch, entschieden bei Zwistigkeiten, fällten Urteile bei Mord und Straftaten und unterrichteten die Jugend. Sie genossen in der Bevölkerung ein hohes Ansehen. Wie Plinius berichtet, waren sie mit einem weißen Gewand bekleidet. Nichts soll den Druiden heiliger gewesen sein als die Mistel und der Baum auf dem sie wuchs, der von ihnen geheiligten Steineiche. Römische Philosophen berichten, dass die Druiden ihre Gottesdienste häufig an geweihten Naturorten abhielten, beispielsweise in Eichenhainen, bei Flüssen und Quellen, die als von Geistern bewohnt galten.