Epochen

Epoche 3

Eroberung durch die Römer
Gaius Julius Caesar eroberte während des Gallischen Krieges zwischen 58 und 50 v. Chr. auch das Birkenfelder Land und unterwarf die hier ansässigen Treverer. Diese wohnten auf kleinen Höhenburgen, wie beispielsweise der "Altburg" bei Hoppstädten-Weiersbach, die Caesar "castella" nannte, oder großen Ringwallanlagen, den sogenannten "oppida", wie dem "Hunnenring" bei Otzenhausen. Auch kleine weilerartige Ansiedlungen dürfen angenommen werden.
Die Treverer bestatteten ihre Toten, die sie auf dem Scheiterhaufen verbrannten, in Flachgräberfeldern. Ein solches Gräberfeld wurde beispielsweise in Hoppstädten-Weiersbach, Flur "Heidenbiegel" ausgegraben. Je nach sozialer Stellung wurden die Toten mit reichen Gefäßbeigaben, Waffen, Schmuck und Speisen, darunter auch Fleischspeisen, für das Jenseits ausgestattet.
Nach der römischen Eroberung erfolgte die allmähliche Romanisierung der einheimischen treverischen Bevölkerung. Das Birkenfelder Land gehörte zur Provincia Belgica. Die zahlreich gefundenen Überreste von meist kleineren Einzelgehöften und wenigen größeren Gutshöfen, den "villae rusticae", und ebenso viele Gräberfelder dokumentieren eine dichte Besiedlung des Birkenfelder Landes mit einem gut ausgebauten Straßennetz im 1. bis 3. Jahrhundert n. Chr.. Römische Mauerreste, möglicherweise von einer Villa, und herausragende Bronze- und Eisenfunde wurden beispielsweise 1896 in Dienstweiler "Am Zimmerplatz" ausgegraben.
Nahe der Burg Birkenfeld, im "Rennweg", befand sich ein größeres römisches Brandgräberfeld. Entdeckt wurde es bereits 1844 von Bürgern beim Anlegen eines Weges. Bei den Ausgrabungen, die unter Aufsicht des Birkenfelder Altertumsvereins durchgeführt wurden, fand man mehrere Gräber mit Knochenresten, Branderde, vielen Tongefäßen und anderen Grabbeigaben.
Auch die idyllisch gelegene Wallfahrtskirche Heiligenbösch bei Leisel wurde auf den Fundamenten einer römischen Villa errichtet. Durch eine Luke im Fußboden der Kirche kann man noch die Reste eines römischen Bades erblicken.
Bei Winnenberg, Flur "Schachensrech", und Oberbrombach, Flur "Rothenbachsberg" wurden römische Gräber mit Sandsteinkisten entdeckt. Wie bei den Treverern, so war es auch bei den Römern Brauch, die Toten auf dem Scheiterhaufen zu verbrennen. Der ausgelesene Leichenbrand der Toten wurde entweder in der Grabgrube ausgestreut oder in einer Urne oder einer Sandsteinkiste beigesetzt. Dem Verstorbenen wurden seine Habseligkeiten, Werkzeuge und Waffen, Schmuck, Ess- und Trinkgeschirr, Speisen und Wein u.v.m. mit ins Grab gegeben.
Auch in gallo-römischer Zeit lag die politische und wirtschaftliche Macht in den Händen der vornehmen romanisierten treverischen Adelsfamilien. Diese soziale Oberschicht bestattete ihre Toten in besonders aufwendigen Grabmonumenten. Es handelt sich dabei um große Grabhügel mit Umfassungsmauern und Grabdenkmal, die in das 2. Jahrhundert n. Chr. datieren. Sehr eindrucksvoll ist der römische Grabhügel bei Siesbach "Kipp", der 1976-1977 vom Rheinischen Landesmuseum Trier ausgegraben und durch die Verbandsgemeinde Birkenfeld rekonstruiert wurde.
Auch bei der Erforschung des keltisch-römischen Gräberfeldes bei Elchweiler/Schmißberg an der B 41 wurden die Reste zweier römischer Monumentalgrabhügel mit zentraler Grabkammer und Nachbestattungen freigelegt. Ein Informationspavillon gibt über die archäologischen Ergebnisse Auskunft.
Mehrere Hinweise auf Heiligtümer, Grabdenkmäler oder Tempelanlagen und Spuren einer größeren Siedlung entdeckte u.a. bereits der Birkenfelder Altertumsverein nahe der römischen Straße im Bereich "Schmißberger Eck" sowie bei Niederhambach-Heupweiler, Flur "Auf dem Behl".
Ergänzend soll hier auf eine der größten Straßensiedlungen, einen sogenannten Vicus, mit dazugehörigem Gräberfeld hingewiesen werden, die an der Hunsrückhöhenstraße bei Wederath ausgegraben wurde. Dort, wo sich ehemals der Vicus Belginum befand, wurde jüngst ein Archäologiepark eröffnet, der in einem Museum zahlreiche Funde der langjährigen Ausgrabungen präsentiert.
Im Verlauf des 3. Jahrhunderts fand die gallorömische Blütezeit durch verheerende Germaneneinfälle ein gewaltsames Ende. Viele römische Villen wurden beim Einfall der Germanen im Jahre 275/276 niedergebrannt und zerstört. Sicher verließen etliche Familien unsere Region. Aber die Bevölkerung zog nicht vollständig ab, sondern verbarg sich wahrscheinlich teilweise in den Wäldern. Auch suchte sie auf den Ende des 2. und in der 1. Hälfte des 3. Jahrhunderts errichteten Höhenburgen Zuflucht, wie beispielsweise dem Nahekopf unweit der Frauenburg. Neuere Forschungen dokumentieren, dass außerdem größere Gutshöfe und Villenanlagen befestigt wurden und der einheimischen römischen Bevölkerung als Zufluchtsort dienten.