Die Franken erobern das Land


Ab
dem 5. Jahrhundert eroberten die Franken das Land und gründeten etliche
Höfe, aus denen später die ersten Dörfer erwuchsen. Auch Liutwin war
ein Franke, der aus einer vornehmen, sehr begüterten Familie stammte. Er gründete
das Kloster Mettlach an der Saar und war von 695 bis 713 Erzbischof von Trier. Bevor
er Mönch wurde, war er wohl einer der stärksten Stützen des fränkischen
Königtums. Liutwin besaß neben Besitzungen im Bliesgau, Westrich und Hunsrück
um 700 u.a. auch eine Grundherrschaft im Birkenfelder Land, der die Kirchen "von
Birkenvelt und Brambach" (Niederbrombach) angehörten. Die Kirchen waren
sog. Eigenkirchen, d. h. sie waren auf dem Grund und Boden Liutwins errichtet und
somit sein Eigentum mit allen Vorrechten. Wie aus einer Urkunde des Erzbischofs Ekbert
von Trier aus dem Jahre 981 hervorgeht, schenkte er beide Kirchen dem Kloster St.
Paulin in Trier. In der Urkunde wird auch erwähnt, dass die Kirchen später
vom Stift St. Paulin wieder auf das Erzbistum Trier übergingen.
Da archäologische Funde aus dem 5. bis 10. Jahrhundert nahzu vollständig
fehlen, ist die Urkunde des Ekbert von 981 die wichtigste historische Quelle, die
Hinweise auf erste Kirchen und Klostergründungen gibt.

Wirtschaftliche Voraussetzung
für eine Kirchengründung waren die Bewohner einer Siedlung, denn die Kirche
lebte von den Abgaben ihrer Kirchenhörigen, was mitunter ein lukratives Wirtschaftsunternehmen
für den jeweiligen Kirchenstifter oder -eigentümer sein konnte.
Im Zuge der fränkischen Landnahme hatten Angehörige der Oberschicht als
Gefolgsleute vom König Besitzungen (sog. Grundherrschaften) zugewiesen bekommen.
Neben den kirchlichen Grundherrschaften, die am besten dokumentiert sind, gab es
die königlichen sowie die weltlichadligen Grundherrschaften.
Das Birkenfelder Land lag zwischen den bischöflichen Zentren Metz und Trier,
bis schließlich Metz dem Trierer Erzbistum unterstellt wurde.
Die Kirchen Liutwins in Birkenfeld und (Nieder)Brombach sind aufgrund der o.g. Urkunde
die ältesten schriftlich belegten Kirchen in der Verbandsgemeinde Birkenfeld,
die dazugehörigen Siedlungen wahrscheinlich fränkische Neugründungen.
Mehrere Sandsteinsarkophage, die bei der ev. Kirche in Birkenfeld gefunden wurden, und
weitere sieben Sarkophage, die bei der Kirche in Niederbrombach entdeckt wurden, geben
auch erste archäologische Hinweise auf frühmittelalterliche Siedlungsareale.


Von den beiden ältesten Gotteshäusern ist allerdings heute nichts mehr
erhalten. Die dem Heiligen Jakobus geweihte Birkenfelder Kirche wurde laut Berichten
zwischen 1300 und 1400 durch einen gotischen Neubau ersetzt, der allerdings 1554
bei einem großen Brand zerstört wurde. Die Kirche wurde an gleicher Stelle
wieder aufgebaut, mehrfach renoviert und umgebaut. Fundamentreste der älteren
Kirchenbauten wurden bei Renovierungsarbeiten 1912 und 1981 ausgegraben.
Anstelle der alten Niederbrombacher Kirche trat im 13. Jahrhundert eine neu erbaute
vierschiffige Pfeilerbasilika, wie man sie äußerst selten vorfindet. Der
einzigartige Kirchenbau ist auch heute noch eine der herausragendsten Sehenswürdigkeiten
des Birkenfelder Landes.
Birkenfeld und Niederbrombach gewannen in den folgenden Jahrhunderten als Verwaltungssitz
eines großen Kirchspiels, zu dem zahlreiche umliegende Dörfer gehörten,
zunehmend an Bedeutung.
Zu den ältesten Gotteshäusern im Birkenfelder Land zählte auch die
Kirche in Meckenbach, die von Erzbischof Willegis von Kurmainz (975 - 1011) gegründet
wurde. Aus dem 13. und 14. Jahrhundert stammen die Kirchen in Achtelsbach und Nohen.