Kelten

Von antiken Autoren werden als "keltoi" oder auch "galli" die
Volksstämme bezeichnet, die ab 700 v. Chr. bis bis Chr. Geburt in West- und
Mitteleuropa lebten. Das Kerngebiet der Kelten reichte im 7. und 5. Jahrhundert von
Böhmen im Osten bis Ostfrankreich im Westen und etwa von den Deutschen Mittelgebirgen
im Norden bis an die nördlichen Alpenränder im Süden.
Die Kelten waren kein einheitliches Volk. Es gab zahlreiche Stämme deren Namen
uns teils aus den antiken Schriften überliefert sind. Die Zusammengehörigkeit
der einzelnen keltischen Bevölkerungsgruppen manifestierte sich aber in einer
gemeinsamen Sprache sowie in der Religion und der materiellen Kultur.
In den letzten fünf Jahrhunderten vor Chr. Geburt gehörte auch das Hunsrück-
Nahebergland zum Siedlungsgebiet der Kelten. Hier, ebenso wie in der Eifel, die am
Nordrand des frühkeltischen Kulturraumes lagen, entstand eine zwar vom Süden
stark beeinflußte, aber dennoch eigenständige, regional begrenzte Kultur,
die nach ihrer Verbreitung Hunsrück- Eifel- Kultur genannt wird.
Die Kelten siedelten in befestigten Höhensiedlungen und in Einzelhöfen
oder weilerartigen Siedlungsplätzen. Die mächtigen Befestigungsmauern bestanden
aus teils 5 m breiten und 5 m hohen Holz-Stein- Erde- Konstruktionen, die Caesar
als "murus gallicus" bezeichnet. Man wohnte in rechteckigen Pfostenhäusern,
die mit Stroh gedeckt waren.

Man betrieb Ackerbau und Viehzucht. Die in bestimmten Regionen vorkommenden Eisenerzlagerstätten
dürften, wenn bislang auch nicht immer nachweisbar, ebenso wie das Salz als
Wirtschaftsfaktor eine nicht unbedeutende Rolle gespielt haben. Aufgrund der Bodenschätze
konnte ein reger Handel stattfinden, der zu Reichtum und zur Herausbildung herausragender
keltischer Macht- und Herrrschaftszentren führten. Im 7. und 6. Jahrhundert
v. Chr., in der Späthallstattzeit, waren die meisten Adelssitze im Gebiet zwischen
der Saône und Süddeutschland, der Schweiz und Österreich anzutreffen.
Zu den drei bekanntesten und herausragendsten Fürstensitzen gehörten die
Heuneburg an der Oberdonau, der Hohenasperg bei Asperg, Kr. Ludwigsburg und der Mont
Lassois, nahe der Seinequellen bei Chatillon-sur-Seine. Nahe der Adelssitze findet
man häufig sehr große aufwendig angelegte Grabhügel, die sog. Fürstengräber.
Bei den Kelten wurde bis zum Ende der Frühlatènezeit (etwa Mitte 4. Jahrhundert
v. Chr.) die Körperbestattung unter Erdhügeln geübt, danach war die
Leichenverbrennungssitte charakteristisch. Die Fürstengräber, die Bestattungen
des keltischen Adels, zeichnen sich durch aufwendige Grabanlagen und besonders reiche
und wertvolle Beigaben, darunter etruskisches Bronzegeschirr aus. Sie machen die
politische und wirtschaftliche Vorrangstellung der führenden Bevölkerungsschicht
deutlich.
Diese "Elite" war in der Lage Gold- und Bronzeschmiede und andere Handwerker
zu beschäftigen, die auf die Herstellung technisch anspruchsvoller Werke spezialisiert
waren. Entsprechend dem Geschmack ihrer Auftraggeber sowie unter dem Einfluß griechisch-
etruskischer Vorbilder schufen sie hervorragende Zeugnisse keltischer Kunst.