Bundenbach im Wandel der Zeiten

Die
Ortsgemeinde Bundenbach wurde erstmals im Jahre 1283 urkundlich erwähnt und konnte somit im Mai 1983 ihr 700 jähriges Bestehen feiern. Doch
die ersten Ansiedlungen in der heutigen Gemarkung Bundenbach gehen bis vor Christus
zurück. Ausgrabungen auf dem Hochplateau der Altburg in den Jahren 1971 bis 75
vom Landesmuseum Trier durchgeführt ergaben, dass bereits ca. 170 vor Chr. bis
50 vor Chr. die Kelten dort gesiedelt haben. Der Name Bundenbach stammt aus der Zeit
der Wild- oder auch Waldgrafen, sie ließen den Wald roden und gewannen damit
Eigenland, das man Beunde nannte, die Siedlung auf der Beunde an einem Bach gelegen
ergab den Namen Bundenbach.
Politisch gehörte Bundenbach bis zu dessen Auflösung zum kurtrierischen Amt
Schmidtburg, danach für eine kurzer Zeit zum französischen Kanton Rhaunen,
von 1817 bis 1937 zum Großherzogtum Oldenburg zu dessen Provinz Birkenfeld und
ist seit der Gebietsreform im Jahre 1970 vom damaligen Amt Herrstein zur neu entstandenen
Verbandsgemeinde Rhaunen gewechselt.
Der Staatlich anerkannte Ort Bundenbach , auch Layebrecherdorf genannt, hat heute 1050
Einwohner und liegt zwischen den Höhenzügen des Idar- und Soonwald auf 400m über
NN. in einer Senke und ist geprägt vom Schieferbergbau.

Schiefer
wurde in und um Bundenbach schon von den Kelten zum Bau eines Schutzwalles auf der
Altburg abgebaut und genutzt, zu Spitzenzeiten baute man diesen in über 30 Gruben
ab und verarbeitete ihn größtenteils
zu Dachschiefer. Man
lebte in Bundenbach bis Ende der 60iger Jahre vom Bergbau und von der Landwirtschaft,
beides, der karge Boden und der mühsame Abbau unter Tage waren für die Betreiber
eine wahre Knochenarbeit.

Heute
wird in Bundenbach kein Schiefer mehr abgebaut und die Landwirtschaft wird von einigen
wenigen Landwirten aus den umliegenden Orten betrieben. Unter Tage gehen heute
Besucher aus Nah und Fern in die 1965 stillgelegte, und 1975, von vier ehemaligen Bergmannsfamilien
in mühevoller Arbeit ausgebaute Besuchergrube Herrenberg. Dies war für die
Ortsgemeinde Bundenbach der Beginn um zu einem der bekanntesten Anziehungspunkte für
den Fremdenverkehr im Hunsrück zu werden.
1976 ging das Besucherbergwerk an die Ortsgemeinde über und wurde 1988 zum größten
Teil rollstuhlgerecht ausgebaut, 1992 die bestehende Attraktion durch den Anbau des
Fossilienmuseums erweitert. In diesem sind ca. 120 weltbekannte Exponate aus dem Erdzeitalter
des unteren Devon also vor ca. 400 Mio. Jahren ausgestellt. Weiterhin wurde von der
Gemeinde unter finanzieller Mithilfe des Landes, und unter Anleitung vom Rheinischen
Landesmuseum Trier die von 1971 bis 74 freigelegte Keltensiedlung Altburg zum Teil
rekonstruiert und für den Besucher freigegeben. Die gegenüberliegende Schmidtburg,
heute im Besitz der Gemeinde Schneppenbach kann von der Grube Herrenberg in einer halbstündigen
Wanderung durch das romantische Hahnenbachtal (der sogenanten Bundenbacher Schweiz)
besichtigt werden. Mit dem gepflegten Ortsbild , den schon fast künstlerisch gedeckten
Schieferdächern und Fassaden, den aufgeführten Attraktionen, als Zentrum
der Hunsrück Schiefer- und Burgenstaße und dem Start und Zielort des Sirona
Wanderweges hat sich Bundenbach zu einem beliebten Reiseziel entwickelt.