Fossilienmuseum
bei Bundenbach

Vor etwa 400 Mio. Jahren, im Erdzeitalter des Unterdevons, befand sich
unsere Gegend am Südrand eines Kontinents, dessen Festland nördlich von
einer Linie Essen - Aachen begann. Südlich davon wurden Sand und Schlamm auf dem
vom Meer überfluteten
Kontinentalsockel abgelagert. Das Festland war noch kaum von Pflanzen besiedelt und
Abtragung ungeschützt ausgesetzt. Gewaltige Mengen von grobem Sand wurden vor
den Küsten aufgeschüttet, das feinere Material sank in einiger Entfernung
als Schlick nieder. Der Kontinentalrand senkte sich langsam, so dass in Jahrmillionen
Schichten von mehreren 1000 m entstehen. Der Hunsrückschiefer entstand aus feinen
Tonnen mit Feinsandlagen. Das Meer war hier kaum über 200 m tief; besonders um
kleine Inseln, wie sie z. B. südöstlich von Gemünden/Hunsrück vorhanden
waren, war das Wasser wohl sehr seicht. Der Meeresboden gliederte sich in Mulden um Höhenrücken.
Noch im älteren
Unterdevon war hier Festland gewesen, das in der Folgezeit vom Meer überflutet
wurde.

Bundenbach
hätte sich wohl nahe am Südrand des Kontinentalsockels befunden,
der zum tiefgelegenen Ozeanboden abfiel. Täler schnitten von diesem Rand aus nach
Norden ins "Hinterland" ein. Weiter südlich dehnte sich der Ur-Ozean
aus. Eine vielfältige Tierwelt bewohnte den Meeresboden. Seelilien bildeten ganze
Rasen. Dazwischen gingen zahlreiche Tiere auf Nahrungssuche, Muscheln, Schnecken, Armkiemer
und Sterntiere in verschiedenartigsten Formen.
Hin und wieder kam es, etwa durch Rutschungen, die sich an Hängen des Meeresbodens
entwickelten und lawinenartig dem Kontinentalrand zustrebten, oder auch durch schwere
Stürme oder gewaltige Regenfälle über Land zu plötzlicher Anlieferung
von großen Schlammassen und Verschüttung von kleineren oder größeren
Flächen des Meeresbodens, die stellenweise das Bodenleben begruben.
Die Lebewesen
wurden konserviert und werden heute im Schiefer als wohlerhaltene Fossilien gefunden.

Viel
häufiger sind aber Reste in allen Stadien des Zerfalls, die nicht so rasch
und gründlich überdeckt wurden. Auf die Ablagerung der Schichten folgte ihre
Faltung zu einem Gebirge, die durch das Heranrücken der afrikanischen Platte an
den nördlichen Urkontinent verursacht wurde. Eine jahrmillionenlange Abtragung
und neue Bewegungen in der Erdkruste ließen schließlich die Landschaft
des Hunsrücks mit dem gesamten Rheinischen Schiefergebirge entstehen. Diese Fossilien,
jene Relikte unvorstellbar weit zurückliegender Erdzeitalter künden vom Leben
vor 350 Mio. Jahren. Viele aufschlussreiche Fossilienfunde wurden bis heute geborgen
und sind in namhaften Museen der Welt vertreten.
Unter fachkundiger Anleitung vom Grubenpersonal können sich die Sammler in Kursen
mit der Präparation der im Schiefer verborgenen Versteinerungen vertraut machen.