Schmidtburg bei Schneppenbach

Die im romantischen Hahnenbachtal bei Bundenbach gelegene Schmidtburg ist eine der ältesten und bedeutendsten Burganlagen des Hunsrücks. Ehemals
als Fluchtburg im Jahre 926 von fränkischen Edlen errichtet, wurde sie etwa einhundert
Jahre später zum Wohnsitz der Grafen von Schmidtburg, der Wildgrafen. In den nächsten
Jahrhunderten kam es durch Erbteilungen zu familiären Auseinandersetzungen. 1324 übergab
der kinderlose Wildgraf Heinrich von der Schmidtburg dem Erzbischof und Kurfürsten
Balduin von Trier die Schmidtburg mit den dazugehörigen Dörfern als Lehen.
Sie wurde Sitz des trierischen Amtsmannes und Verwaltungszentrums vor Ort - das kurtrierische
Amt Schmidtburg, das bis 1794 existierte.

Im
14. Jahrhundert erhielt die Anlage ihre heutige Größe. Einige Adlige, sogenannte
Burgmannen verpflichteten sich, die Burg zu schützen. Etwa 7-9 von ihnen wohnten
zur Zeit Balduins mit ihren Familien und Bediensteten auf der Burg. Mit der Erfindung
der Feuerwaffe verlor die Schmidtburg ihre wehrtechnische Bedeutung und im 16. Jahrhundert
lebten keine Burgmannen mehr auf der Burg; sie zerfiel zusehends.
Im Jahre 1688 sprengten französische Soldaten im Pfälzischen Erbfolgekrieg
einen Teil der Burg, die dann lange Jahre als Ruine stand.
Mitte des 18. Jahrhunderts wurden auf der Oberburg Wohnungen und Wirtschaftsgebäude
wieder hergestellt. Bis zum Jahre 1798 lebte dort ein kurtrierischer Amtsmann mit seiner
Familie. Während dieser Zeit diente die Burg auch dem berüchtigten Räuberhauptmann
Schinderhannes als Unterschlupf, wenn er zwischen Soon- und Idarwald sein Unwesen trieb.
Im Laufe des 19. Jahrhunderts kam die Burg schließlich in den Besitz der Gemeinde
Schneppenbach. Die Reste der Burg wurden von den Einwohnern der umliegenden Gemeinden
als Steinbruch genutzt. Die Ruinen waren Wind und Wetter ausgesetzt, wurden überwuchert
und gerieten in Vergessenheit.
In den 80er Jahren wurde die Burganlage durch verschiedene Maßnahmen so gesichert
und restauriert, dass sie dem Besucher nun eine bessere Vorstellung
über Größe und Bedeutung der einstigen Festung gibt.