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Der römerzeitliche Grabhügel von Siesbach
Der römerzeitliche Grabhügel liegt 490 m ü. N. N. auf einer kleinen Lichtung im Waldbezirk "Kipp" am Südfuß des Hunsrücks. Zur Zeit seiner Errichtung, in der zweiten Hälfte des 2. Jahrhunderts n. Chr., dürfte das Land über die heutige Rodungsgrenze hinaus erschlossen gewesen sein. Der Hügel wurde 1976 und 1977 durch das Rheinische Landesmuseum Trier vollständig freigelegt und anschließend rekonstruiert. Die Ausgrabungen erlauben Angaben zu Bauweise und Datierung dieses Grabmonumentes, das von einer wohlhabenden romanisierten Landbesitzerfamilie errichtet wurde. Die Lage ihres Gutshofes ist allerdings nicht bekannt.
Das Grabdenkmal gehört zu einer Gruppe von Grabhügeln in der nördlichen Provinz Gallia Belgica, die sich durch eine aufwendige architektonische Gestaltung auszeichnen. Der Hügel wurde von einer Ringmauer von 21 m Durchmesser umgeben, die die ursprünglich wohl 4-5 m hohe Hügelanschüttung begrenzte. Die Mauer bestand aus einer Lage von rechteckigen Quadern unterschiedlicher Größe und darauf liegenden halbwalzenförmigen Abdecksteinen aus Sandstein und Konglomerat, die rund 3 km südöstlich des Grabhügels anstehen.
Die Ringmauer war zusätzlich von einer quadratisch verlaufenden Mauer gleicher Bauweise von 24,5 m Seitenlänge umgeben.
Auf der nördlichen Seite verbreiterte sich das Fundament der Viereckmauer auf einer Länge von 3,75 m. Hier befand sich ursprünglich ein Grabdenkmal oder Altar. Auch die in diesem Bereich gefundenen Architekturteile, Skulpturreste und Bruchstücke einer Inschrift weisen darauf hin.
Insbesondere dem auf einem Pinienzapfen sitzenden und in seinen Fängen eine Schlange haltenden Adler kommt dabei eine symbolische Bedeutung im Grabkult zu. Der immergrüne Pinienzapfen gilt als ein Symbol für ein Leben nach dem Tod, während der Adler dazu diente die Toten ins Jenseits zu tragen.
Unter der Hügelaufschüttung wurde in der Hügelmitte eine 3x3,50 m große und etwa 0,80 m tiefe Fundamentgrube freigelegt.
Hier befand sich möglicherweise eine Grabkammer mit der Bestattung derjenigen Person, für die das Grabmonument errichtet wurde.
Die Rekonstruktion muß jedoch hypothetisch bleiben, da das Hügelzentrum zum Zeitpunkt der Ausgrabung bereits erheblich durch Grabungen des 19. Jahrhunderts gestört war.
Östlich und westlich dieser Grube lagen jeweils zwei weitere Gruben, die die Reste der im Rahmen von Totenfeierlichkeiten verbrannten mindestens 248 Keramikgefäße, Glas- und Metallfunde, Perlen sowie Knochenartefakte enthielten. Verkohlte Eichen- und Rotbuchen- holzstücke aus diesen sog. Aschengruben konnten dennoch chronologisch in die Jahre 167 n. Chr., 173 n. Chr. und 174 n. Chr. datiert werden.
Zusammen mit den Funddatierungen geben sie damit den Zeitpunkt für die Verfüllung der Gruben an.

 
Text Angelika Abegg-Wigg