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Keltische Burg "Auf dem Ringkopf" bei Allenbach
Der 30 km lange Quarzitrücken im Süden des Hunsrücks war zu allen Zeiten für eine Besiedlung ungeeignet. Besonders in keltischer Zeit wurden einige der hier gelegenen Felsköpfe aber zur Anlage von Burgen genutzt. Die sichtbaren Reste einer solchen keltischen Burg wurden namengebend für die 658 m hohe Kuppe des "Ringkopf". Archäologische Ausgrabungen lieferten 1935-36 die wesentlichen Informationen zur Anlage.
Der künstliche Befestigungsring umschließt ein von Blockhalden und Felsköpfen gesäumtes kleines Gipfelplateau von 1 ha Innenfläche. Die sichtbaren Steinwälle sind allerdings nur die Ruinen trocken gesetzter Steinmauern. Der flachere Hang im Osten bot den natürlichen Zugang und erforderte eine stärkere Sicherung.
Der Wehrmauer war hier noch ein trockener Felsgraben von ehedem 1 m Tiefe vorgelagert. Bemerkenswert ist das von hier ganz randlich zurückgesetzte einzige Tor der Burg. Seine Fundamente wurden 1936 freipräpariert.
Den Zugang zum Tor kontrolliert eine 34 m lange Torgasse zwischen der Burgmauer und einer Zusatzmauer über dem Steilhang. Am Ende stand zwischen den Mauerköpfen der zwingerartige hölzerne Torbau mit 7 m langer Kammer zwischen äußerem und innerem Tor.
Zur Stabilisierung besaß der im Versturzwall nachgewiesene Mauerkörper ein für alle keltischen Wehrmauern charakteristisches hölzernes Strebewerk. Die hier angewandte Variante heißt Pfostenschlitzmauer.
Senkrechte Holzständer mit Querstreben stabilisierten in 1,5 m Abstand den 2-4 m breiten Mauerkörper. Dieser war zweischalig trocken aufgesetzt und im Inneren mit Erde und Steinen aufgefüllt. Die etwa 2,5 m hohe Mauerkrone diente als Wehrgang, der im Verlauf der Außenpfosten durch eine hölzerne Brustwehr geschützt war.
Solche Wehrmauern waren die einzigen Steinarchitekturen der Kelten. Wegen der eingebauten Hölzer hatten die zunächst sehr soliden Bauwerke allerdings nur eine Lebensdauer von wenigen Jahrzehnten. Sowohl die Gesamtanlage mit dem Zwingertor wie die Mauerbautechnik wurden um 520 vor Chr. als ausgereiftes System wohl aus Süddeutschland und Ostfrankreich übernommen.
Zu dieser Zeit setzt im Mittelrheingebiet nach jahrhundertelanger Pause wieder der Bau von Burgen ein. Gründe liegen wohl in der durch die Rivalität lokaler Herren geprägten Verfassung der frühkeltischen Gesellschaft.
Dabei dienten Burgen zeitweise der Herrschaftssicherung und demonstrativen Selbstbehauptung in Kleingebieten von etwa 10-15 km Ausdehnung. Die Befestigung war ungeachtet kleinerer Umbauten nur einphasig und damit nur wenige Jahrzehnte gebrauchsfähig. Der Innenraum war offensichtlich nie intensiv genutzt und möglicherweise überhaupt nicht dauerhaft bewohnt. Die Burg selbst diente daher wohl nicht als Herrschaftszentrum ihres Einzugsgebietes, zu dem sie auch ausgesprochen randlich lag: Das vom Berg aus einsehbare Hochtal im Norden um Allenbach und der nördlich anschließende Hauptrücken des Hunsrücks (Idarwald) bildeten nicht nur in keltischer Zeit eine rund 6 km breite siedlungsfreie Zone. Das Einzugsgebiet des "Ringkopfes" ist vielmehr im südlichen Vorland zu Füßen des Kammes zu suchen, heute von der Höhe aus nicht einsehbar.

 
Text H. Nortmann