Von der Wildenburg nach Oberhambach

Sehenswertes am Sironaweg

Sauerbrunnen bei Oberhambach
"Wasser ist das Beste" verkündete schon der griechische Dichter Pindar in seinen Olympischen Siegesliedern. Das Birkenfelder Land verfügt nicht nur über umfangreiche Quellgebiete, sondem auch über Wasserreservate von sehr guter, nein, man muss sagen von bester Qualität. Zahlreiche Brunnen, Bäche und Quellen im Hochwald, besonders zwischen Börfink und Leisel bzw. Siesbach mit kristallklarem Wasser bezeugen dies und laden besonders im Sommer zur Erfrischung mit kühlem Nass ein.
Welches Geheimnis verbirgt sich nun in dem Wasser, das in der Literatur unter den Bodenschätzen des Birkenfelder Landes zu finden ist? Nun, es handelt sich insbesondere bei Oberhambach und Schwollen um Mineralquellen, die laut geologischer Definition "eine größere Menge an bestimmten gelösten festen oder gasförmigen Stoffen enthalten." Analysen haben gezeigt, dass dieses Wasser sehr eisenhaltig und stark kohlensäurehaltig ist. Deshalb spricht man auch von "saurem" Wasser. Dem hohen Eisengehalt wurde immer schon eine gesundheitsfördernde Wirkung zugesprochen, und so fahren auch heute noch viele Einheimische und Besucher zu der gefassten Quelle bei Oberhambach, dem Hambacher Sauerbrunnen, um das Quellwasser vor Ort zu trinken oder sogar in Flaschen abzufüllen.
Die Mineralquellen des Hambacher Sauerbrunnens sind schon lange bekannt. Bereits in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, so berichtet Hans Anacker, sollen "viele hochgestellte Persönlichkeiten aus Süddeutschland, Lothringen und dem Elsaß die Quellen aufgesucht haben, um Erholung und Heilung von wirklichen oder eingebildeten Leiden zu suchen." Der Badebetrieb musste während des Dreißigjährigen Krieges aufgegeben werden. Erst 1784 - 1788, in badischer Zeit, wurde dann ein neues Kurhaus erbaut. Der Sauerbrunnen in Oberhambach erlebte eine wahre, wenn auch nur kurze Blütezeit. Neben dem Kurhaus wurde eine Krugbäckerei (zum Versand des Wassers) mit einer Wohnung für den Krugbäcker errichtet. Man hatte nämlich damit begonnen, das Wasser in versiegelten Krügen in die wichtigsten benachbarten Städte, ja in alle Teile Europas (bis nach St. Petersburg) zu verschicken. Der Versand soll laut Anacker zeitweise jährlich 60.000 Krüge umfasst haben. Damit war der erste mit Hambacher Mineralwasser handelnde "Sprudelbetrieb" gegründet. Allerdings musste der Kur- und Badebetrieb während der französischen Revolution eingestellt werden. Von 1797 - 1813 wurde das Kurhaus als französisches Lazarett genutzt. Als französisches Nationaleigentum wurde das Badehaus dann 1807 auf Abbruch versteigert. Damit war der Verfall des einstigen Kurortes besiegelt.