Von Oberhambach nach Weiersbach

Stationen am Sironaweg

Keltische Prunkgräber "Auf dem Hasselt"
Der Walddistrikt "Hasselt", so die alte Flurbezeichnung des Campus-Geländes bei Hoppstädten-Weiersbach, ist in der archäologischen Fachwelt überregional bekannt. Auf dem jetzigen Gelände der Fachhochschule befand sich ehemals ein keltisches Gräberfeld mit mindestens 10 bis 12 Grabhügeln. Die teils besonders aufwendig konstruierten Grabanlagen, in denen die Toten bestattet wurden, bezeugen, dass es sich um Angehörige einer sozial hoch gestellten Führungsschicht handelte. Einige Grabhügel wurden erstmals 1844 und 1920 von dem Altertumsverein des Fürstentums Birkenfeld ausgegraben. 1951/52 wurde schließlich das gesamte Gräberfeld vom Rheinischen Landesmuseum Trier untersucht, bevor es dann vollständig überbaut wurde. An gleicher Stelle entstand ein amerikanisches Lazarett. Nach dessen Aufgabe wurde im Rahmen der Konversionsmaßnahmen die neue Fachhochschule hier eingerichtet.
1999 wurde im Rahmen eines EU-Projektes Hügel Nr. 4 im Maßstab 1:1 unweit der Original-Fundstelle auf dem Campus rekonstruiert. Dabei wurden die Ausgrabungsbefunde weitgehend berücksichtigt. Im Zentrum des Hügels fand man damals eine NW-SO orientierte 5,25 m x 2,50 m grosse Grabgrube mit einem hölzernen Sarg (vielleicht ein ausgehöhlter Baumstamm), in dem eine Frau mit ihrem Schmuck und Grabbeigaben bestattet worden war. Aufgrund der Funde konnte der Grabhügel in die Zeit um 400 v. Chr. datiert werden.
Der Anschnitt des rekonstruierten Hügels und die Konstruktion einer hölzernen Grabkammer im Innern, machten es möglich mit Schülern eine fiktive Begräbniszeremonie nachzuspielen und zu filmen. Der Kurzfilm ist auf der CD "Die Welt der Kelten" zu sehen.
Die Funde der Ausgrabungen 1844 und 1920, zu denen auch das Inventar zweier Fürstengräber zählt, sind im Museum Birkenfeld ausgestellt. Weitere Funde befinden sich im Landesmuseum Trier.