Von Oberhambach nach Weiersbach

Stationen am Sironaweg

Sirona Pavillon und das Keltisch-Römische Gräberfeld von Schmißberg/Elchweiler
1955 stößt der Landwirt Emil Heylmann aus Elchweiler auf seinem Acker in der Flur "Zielgewann/Schäferwies" auf mächtige Sandsteinquader. Eine Rettungsgrabung des Rheinischen Landesmuseums Trier führt zur Freilegung des Fundaments einer großen Grabkammer aus römischer Zeit (2. Jh.). Die Quader werden in Elchweiler verbaut.
1985 entdeckt der Heimatforscher Winfried Caspari aus Schmißberg ein beim Pflügen freigelegtes und teilweise zerstörtes Brandgrab der Zeit um Chr. Geb. Er fertigt eine Planskizze an, fotografiert den Befund und übergibt die Funde dem Museum in Trier. Im Jahr 1990 veröffentlicht Dr. Karin Goethert das reich ausgestattete Kindergrab in der Trierer Zeitschrift.
1994 führt das Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Kiel eine erste Flächenausgrabung durch. Es gelingt der Nachweis eines römischen Monumental- grabhügels, zweier Grabbezirke mit Grabeneinfassung und eines Brandgrabes aus der Zeit des Kaisers Tiberius.
1996 erfolgt eine geomagnetische Prospektion des Fundplatzes durch das Institut für Geophysik Kiel. Anomalien, d.h. Störungen des natürlichen Magnetfeldes durch menschliche Eingriffe im Boden, lassen sich klar erkennen. Deutlich zeichnen sich drei von Mauern (die hellen Strukturen) bzw. Gräben (die dunklen Strukturen) eingefaßte, quadratische Grabbezirke ab.
1998 untersuchen Kieler Archäologiestudenten im Rahmen einer Lehrgrabung die 1996 prospektierten Flächen.
Es werden weitere frührömische Brandgräber sowie zwei Steinossuarien des 2. Jh. n. Chr. Geb. entdeckt. Auch die Grube des 1955 ausgegrabenen Quaderfundaments kann identifiziert werden.
Im Winter 2000 meldet Winfried Caspari die teilweise Zerstörung weiterer Gräber. Eine Rettungsgrabung, ausgeführt von zwei Kieler Archäologen im Auftrag des Landesmuseums Trier, führt zur Entdeckung von vier spätkeltischen Brandgräbern (2. u. 1. Jh. v. Chr. Geb.), darunter ein reich ausgestattetes Kammergrab (Grab 10). Drei der Gräber liegen ca. 170 m östlich der Hauptfundstelle.
Ergebnis der ein halbes Jahrhundert umfassenden Entdeckungsgeschichte: Auf der Flur "Zielgewann/Schäferwies" liegt eine wahrscheinlich weit ausgedehnte Nekropole. Nachgewiesen sind Gräber und Grabbezirke der vorrömisch-keltischen Zeit, der Übergangszeit um Chr. Geb. und der Blütezeit der römischen Kultur im 2. Jahrhundert.

 
Text Alfred Haffner u. Mitarbeiter