Gemeinde Hochscheid

Am Fuße des Idarwaldes liegt die Gemeinde Hochscheid. Während der Römerherrschaft
im ersten Jahrhundert gab es an einer der Koppelbachquellen im Idarwald ein römisches
Quellheiligtum. Diese Kultstätte, der Quellgöttin Sirona und dem Apollo geweiht,
hatte im 2. und 3. Jahrhundert ihre Blütezeit. Ausgrabungen des Landesmuseums lassen
noch heute erkennen, das eine kulturtragende Bevölkerung im Hochscheider Raum ansässig
war. Die Attribute des Quellengottes Apollo, Leier und Lorber, sind mit dem Wasser der
Quelle im Ortswappen festgelegt. Wie auch die anderen Dörfer des Kirchspiels Kleinich,
beruht Hochscheid auf eine fränkiche Gründung.
Nach
dem Zusammenbruch der Römerherrschaft durch die Germanenstürme war unsere Gegend 500
Jahre öd und verlassen bis es zu den fränkichen Siedlungen kam. Bereits im 11 Jahrhundert
wurde Hochscheid im "Lexikon der Siedlungs- und Flurnamen des Mosellands" von Jungandreas
erwähnt. Der Name ist mit "Hoinsceith" vermerkt.

Die um 1530 schon erwähnte evangelische Kapelle in Hochscheid, eine Filiale der Pfarrei Kleinich,
war 1714 durch einen Brand zerstört worden und verfallen. Der Turm wurde als Glockenhaus in den
Jahren 1751/52 wieder aufgebaut. Eine sehr gründliche Restaurierung erfolgte erst 1960. Seit dieser
Zeit wird die Kapelle auch wieder für Gottesdienste genutzt. In Hochscheid gab es
bereits 1908 eine eigene Schule. Im Jahre 1786 gab es schon eine Winterschule. Bis 1965
wurde in der Volksschule unterrichtet.
1904 erschloß die Eisenbahn den Hunsrück. Hochscheid war seit dieser Zeit Bahnstation. Der
Bahnhof wurde in den siebziger Jahren aufgegeben. In den zwanziger und dreißiger Jahren wurde in
Hochscheid eine Bleigrube betrieben. Hochscheid ist bei der Verwaltungsreform 1969 selbständige
Gemeinde geblieben, während sich die andern Dörfer des Kirchspiels auf der gegenüberliegenden
Seite der Hunsrückhöhenstraße zur Gemeinde Kleinich zusammenschloßen.
Angaben aus:
"Alte Ansichten des Bernkasteler Landes 1979"
"Lexikon der Siedlungs- und Flurnamen des Mosellands"